|
Dämmstoffe zählen zu den wenigen industriell gefertigten Erzeugnissen, die im Laufe ihres Produktlebens mehr Energie einsparen als zu ihrer Herstellung benötigt wird. Und zwar wesentlich mehr: Wie Armacell jetzt in einer aktuellen Studie zur Ökobilanz von Armaflex ermittelte, wird durch den Einsatz der Produkte 140mal mehr Energie eingespart als bei der Herstellung, dem Transport und der Entsorgung der Produkte eingesetzt wird.
Die Ökobilanz (englisch: Life Cycle Assessment, LCA) dient der systematischen Untersuchung der Umweltauswirkungen von industriellen Erzeugnissen. Dabei wird der komplette Lebensweg eines Produkts „von der Wiege bis zur Bahre“ nachgezeichnet. Einbezogen werden dabei alle Prozesse, wie etwa die Ressourcengewinnung, Energiebereitstellung, Herstellung, Transportleistungen sowie die Nutzung und Entsorgung der Produkte. Ökobilanzen geben unter anderem Auskunft über den Energie- und Rohstoffeinsatz, die Emissionen von Kohlendioxid und anderen Treibhausgasen. Auch die Angabe des immer wichtiger werdenden CO2-Fußabdrucks („Product Carbon Footprint“, PCF) ist das Ergebnis einer umfassenden Ökobilanz-Analyse.
Die Armacell LCA Studie
Schwerpunkt der Armacell LCA-Analyse ist eine Gegenüberstellung des Energieaufwands bei der Herstellung der Produkte zur Energieeinsparung während ihrer Lebensdauer. Das Ergebnis ist eine spezifische "Energie- und CO2-Bilanz". Die Analyse wurde auf der Grundlage der ISO 14040, dem internationalen Standard für eine ISO-konforme Ökobilanzierung, durchgeführt.
Die Betrachtung umfasst:
 |  |
| • | Abbau, Aufbereitung und Transport der Rohstoffe |
 |  |
| • | Energieeinsatz, Kraftstoff- und Wasserverbrauch für den Produktionsprozess |
 |  |
| • | Transport der Dämmstoffe zum Händler |
 |  |
| • | Reisetätigkeiten der Armacell Mitarbeiter |
 |  |
Dabei wurden selbstverständlich Daten aus allen Armacell Produktionsstandorten und Armacell Märkten weltweit berücksichtigt.
Zur Ermittlung der Energie- und CO2-Einsparungen wurden Modellkalkulationen herangezogen, die auf internationalen oder europäischen Normen beruhen bzw., wo dies nicht möglich war, repräsentativen Charakter besitzen.
Die Berechnungen der Energieeinsparungen basieren auf folgenden Modellgebäuden und -installationen:
 |  |
| • | Für den Heizungsbereich: drei repräsentative Wohnhäuser in drei unterschiedlichen Klimazonen in Europa und den USA mit typischen Heizungs- und Warmwasseraufbereitungssystemen (gemäß internationaler und europäischer Normen) |
 |  |
| • | Für den Klimabereich: fünf repräsentative Gebäudeformen mit für Armaflex Dämmungen typischen Klimaanlagen |
 |  |
| • | Für den Kältebereich: vier typische Gefrier- bzw. Kühlaggregate |
 |  |
Die in der Studie genutzten Daten zu Treibstoffen, elektrischer Energie und den jeweiligen CO2-Koeffizienten wurden den entsprechenden europäischen Normen entnommen und sind somit wissenschaftlich abgesichert.
Die Umsetzung der Armacell LCA Studie war ein sehr aufwändiges Unterfangen, doch der Aufwand hat sich gelohnt, denn nur auf der Basis einer solchen wissenschaftlichen Untersuchung lassen sich verlässliche Aussagen über die Umweltauswirkungen von Produkten machen.
Zentrale Ergebnisse
Großer Aufwand, eindeutige Ergebnisse: Zur Produktion von Armaflex werden durchschnittlich 0,4 l Öl pro laufenden Meter Armaflex benötigt. Durch den Einsatz einer Armaflex Dämmung in einer Kälte/Klima- bzw. Heizungsanlage werden dagegen jährlich rund 3 l Öl eingespart. Bei einer Lebensdauer von 20 Jahren können durchschnittlich 65 l Öl - also das 140 fache des Energieeinsatzes - eingespart werden. Der zur Herstellung von Armaflex notwendige Energieaufwand hat sich bereits nach nur 50 Tagen amortisiert.
Und hier die Klimabilanz: Während bei der Produktion des Elastomermaterials rund 0,5 kg CO2 pro laufenden Meter Armaflex emittieren, verhindert das Produkt durchschnittlich den Ausstoß von 80 kg CO2 bei einer Nutzungsdauer von 20 Jahren. Das bedeutet, dass Armaflex 150mal mehr Treibhausgas-Emissionen einspart als während der Herstellung emittiert werden.
Betrachtet man ausschließlich den Bereich der Heizungsapplikationen ist die Bilanz sogar noch besser: Auf diesen Anlagen installiert, spart Armaflex 270mal Energie und rund 500mal mehr CO2 ein, als zur Herstellung benötigt wurde.
Schlussfolgerungen
Das Baugewerbe ist eine der rohstoff- und energieintensivsten Industrien. Der Gebäudesektor ist die größte Einzelquelle des weltweiten Rohstoffeinsatzes und größter Verursacher von Treibhausgasemissionen. Rund 30 % aller Rohstoffe werden für die Errichtung und Instandhaltung von Gebäuden eingesetzt. 30 bis 40 % der Treibhausgase resultieren aus dem Bau, der Nutzung oder der Entsorgung von Gebäuden. In den Industrieländern fließt viel Energie in das Verkehrswesen und die Industrie, doch der größte Teil - rund 40 % des europäischen Energieverbrauchs! - entfällt auf die Gebäude. Der Großteil der Energie dient der Beheizung und Kühlung der Gebäude. In Europa entfallen derzeit rund 70 % auf die Beheizung, wobei die Klimatisierung auf dem Vormarsch ist. Es wird prognostiziert, dass sich der Einsatz der Klimatechnik bis 2030 verdreifacht.
Energieeffizienz ist die wichtigste Energiequelle, um in Zukunft den wachsenden Energiebedarf zu decken und das Klima zu schützen. Der Schlüssel zur Energieeffizienz ist die Dämmung. Optimale technische Dämmungen sind eine der einfachsten, kostengünstigsten und am schnellsten umzusetzenden Maßnahmen, die Energieeffizienz zu steigern.
|
| Energiebedarf (zur Herstellung) |  | 0.4 l Öl/m |
 |  |  |
| Energierückgewinnungszeit |  | 50 Tage |
 |  |  |
| Energieeinsparung |  | 65 l Öl/m |
 |  |  |
| Energieeinsparung im Vergleich zum Energieeinsatz |  | 140 |
 |  |  |
| CO2 Emission (während der Herstellung) |  | 0.5 kg CCO2/m |
 |  |  |
| CO2-Einsparung über die gesamte Lebensdauer von 20 Jahren |  | 80 kg CO2/m |
 |  |  |
| CO2-Einsparung zur CO2-Emission |  | 150 |
|
|